Sehr geehrte Damen und Herren,
Streuobstbäume gehören insbesondere bei uns in Baden-Württemberg zum vertrauten Bild gewachsener Kulturland-schaften, denen sie einen besonderen Reiz verleihen. Aus den Streuobstbeständen des Landes wird immer noch die Haupt-menge für die jährliche Fruchtsaftproduktion geerntet. Fruchtsäfte aus heimischer Erzeugung und natürlich allen voran der Apfelsaft sind echte landestypische Qualitätsprodukte aus dem Obst- und Naturerlebnisland Baden-Württemberg.
Eine Streuobstwiese dient aber nicht nur der Obstproduktion. Streuobstbestände erfüllen vielfältige ökologische und soziale Funktionen. Die von Streuobstwiesen geprägten Landstriche sind Naturräume mit einer außerordentlich hohen Artenvielfalt und einem hohen Erholungswert. Allerdings kann sich ein Obstbaum nur durch die menschliche Pflege gesund und gut entwickeln und so zu einem landschaftsprägenden Element werden.
Aufgrund der schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen für den Streuobstanbau aber auch wegen der Strukturverän-derungen in der Landwirtschaft wird die Unterhaltung der Streu-obstbestände trotz vielfältiger Bemühungen z.B. der über 60 Streuobst-Initiativen in Baden-Württemberg, der Umweltschutz- und Obstbauverbände oder auch der Fachberatung immer schwieriger. Es ist deshalb wichtig Maßnahmen und Projekte, die auf unterschiedlichen Ebenen von den Städten und Gemeinden, Landkreisen, Vereinen und Verbänden, den Organisationen des Erwerbs- und Freizeitgartenbaus, dem Naturschutz und von vielen Einzelpersonen und dem Land initiiert werden, noch stärker zu koordinieren und zu ergänzen.
Der Vernetzung und Wissensvermittlung im Streuobstbereich dient auch der Landesweite Streuobsttag Baden-Württemberg, der – mit Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg und viele Partner – dieses Jahr zum vierten Mal statt findet. Den Organisatoren und Gästen wünsche ich einen informativen Erfahrungsaustausch und weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit für den Streuobstanbau.
Peter Hauk MdL
Minister für Ernährung und Ländlichen Raum